Rückblick auf

Felix Krull, Hochstapler

Ein erotisches Betrugsverhältnis auf Gegenseitigkeit
nach dem Roman „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" von Thomas Mann
mit Volker Ranisch vom 20. März 2010

Event

Bilder Presse
 

Eine Inszenierung vom Berliner
Theater im Palais
Regie: Michael Knof
Dramaturgie: Birgid Gysi
Rechte beim S. Fischer Verlag,
Frankfurt am Main


Felix Krull,
Sohn eines bankrotten und im Selbstmord endenden rheinischen Schaumweinfabrikanten, ist ein Träumer, Phantast und bürgerlicher Nichtsnutz, der das Illusionäre von Welt und Leben tief empfindet und von Anfang an darauf aus ist, sich selbst zu einer Art Lebensillusion zu stilisieren. Er fühlt sich von Natur aus begünstigt und bevorteilt, ist es aber seinem Range nach nicht. Diesen ungerechten Zufall korrigiert er durch eine, seiner Anmut sehr leicht fallende Täuschung, eben durch Illusion. Verliebt in die Welt, ohne ihr auf bürgerliche Weise dienen zu können, ist er bestrebt, die Welt in sich verliebt zu machen.

Volker Ranisch
spürt mit diesem Soloabend der hohen Sprachkunst Thomas Manns nach. Indem er in die Rolle des Ich-Erzählers Felix Krull schlüpft, lässt er vor seinem Publikum in freier Rede die illustre Gesellschaft des Romans mit ihrer zahlreichen Personage entstehen und erweckt gleichzeitig einen lebendigen Eindruck vom vortrefflichen Wortwitz des Autors. Die Inszenierung war seit ihrer Premiere 2005 vier Jahre lang fester Bestandteil des Repertoires des Theaters im Palais und wird zur Zeit als eigenständige Produktion erfolgreich auf Gastspielen im In- und Ausland gespielt, so u.a. in Freiburg, Dresden, Chemnitz, Zürich und Brüssel.

Thomas Mann
(* 6. Juni 1875 Lübeck; † 12. August 1955 Zürich)

gewinnt seine Aktualität aus der Aktualität der Dekadenz – schreibt der Literaturprofessor Hermann Kurzke. In der Tat sind von den Symptomen der Dekadenz, die in Manns Romanen in erster Linie Figuren der Oberschicht charakterisieren, heute weit größere Bevölkerungsschichten betroffen. Betroffen von Orientierungs-verlust, Vergnügungssucht, Depressivität, Rollenspiel und Manie-rismus, Entscheidungschwäche bei gleichzeitiger, gelegentlich theatralischer Bekundung der Willenskraft. Schein und Sein geraten in unlösbaren Widerspruch.

Dazu passend komponiert Monsieur Yvon mit seinem Löwen-Team kulinarische Köstlichkeiten mit Medaillons, Perlen und Goldreifen.

Zum Einstimmen sang Siddique Eggenberger die Lore-Ley von Heinrich Heine und Friedrich Silcher, auf der Gitarre begleitet von Urs Peter

 

 

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Copyright by Urs Peter - Löwen Obfelden. 
Stand: 18 Nov 2005 01:12:37 +0100 .